代々木公園で見た

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Mittwoch, 14. März 2007

Fehler im System

Heute ist mal wieder einer der Tage bei Merck, an denen mein Email-Postfach von einer Flut von Meldungen heimgesucht wird. Jedoch nicht, weil der Spam-Filter ausgefallen ist, oder sich jemand daran erinnert hat, dass ich ja auch noch da bin und ein wenig Unterhaltung benötigen könnte. Nein der Grund ist, dass in einem vor kurzem aktualisierten SAP-System ein Fehler entdeckt wurde. Das passiert zwar sehr selten, kommt aber halt vor. Dieser Fehler wurde heute morgen zunächst vom Finder an die IS-Gruppe (in der auch ich bin) gemeldet. Und damit gleich alle anderen Benutzer auch Bescheid wissen, bekamen die Mitglieder der Verteilergruppen "MJ-SAP-User-Japanese", "MJ-SAP-User-English" und "MS-SAP-User-Japanese" die selbe Mail. Ich weiß, dass ich in wenigstens zwei der Gruppen enthalten bin.
Das ist ja auch schön und gut, denn so weiß gleich jeder Bescheid. Allerdings blieb es nicht bei dieser einen Nachricht. Zunächst wurde dem Finder für das Finden des Problems gedankt und das schnellstmögliche Beheben desselbigen versprochen. Und dann startete der Mailverkehr zwischen den SAP-Entwicklern. Die Mails wurden mit fortschreitender Kommunikation immer länger und umfangreicher, enthielten auch oftmals rieeesige Anhänge in Form von Screenshots, Excelsheets oder anderem. Und IMMER mit im Boot sind die oben genannten Verteilergruppen.
Jetzt frage ich mich doch als praktisch veranlagter und in den letzten Jahren auch ein wenig betriebswirtschaftlich geprägter Mensch, was ich (und nicht nur ich bin betroffen) als Unbeteiligter oder als einfacher Benutzer des SAP-Systems mit den ganzen, für mich völlig uninteressanten, Meldungen anfangen soll. Nicht allein der Umstand, dass ich mich normalerweise über Mails freue und dann beim Öffnen des Postfachs wieder nur enttäuscht eine unnötige Mail in einen Archivordner verschieben muss, ärgert mich. Nein auch die Zeit die dabei verloren geht (aktuelle Arbeit unterbrechen – zu Lotus Notes wechseln – Mail öffnen – kurz überfliegen (bei mir kann es auch mal etwas länger dauern, ist schließlich immer alles Japanisch (deswegen ist auch die Aufnahme des Verteilers "MJ-SAP-User-English" ein wenig fragwürdig)) – erkennen, dass es wieder nichts Interessantes ist – Mail schließen – Mail in Archiv verschieben) ist nicht unerheblich. In meinem Fall ist das für Merck zwar kein großer Verlust, da ich nichts koste (außer ein bisschen Strom und Sauerstoff) und als Praktikant eh Zeit habe, aber die Zeit all der fleissigen Bürokräfte, die durch das Studium dieser Nachrichten von ihrer eigentlichen Arbeit abgehalten werden, wird unwiderbringlich und sinnlos verpulvert.
Nach meiner Auffasung reicht es doch, wenn die erste Mail (meinetwegen auch der Dank dafür) an die Verteiler geht, und dann am Ende des Tages eine Mail mit der Meldung "考え物をもつれ解きました" – "Problem gelöst".

Das spart viel unnötigen Aufwand und ich gerate auch nicht in die Situation, kaum dass ich mich von einer Enttäuschung (unnütze Informationen betreffend) erholt habe, wieder die nächste zu erleben.

Ich werde den Vorschlag mal schriftlich festhalten und in den "Büroalltagsverbesserungsvorschlagskasten" werfen... nachdem ich ihn gefunden habe.

[Update... (14:30 Uhr)]

(Ok, ich geb' zu ich bereite den Beitrag während meiner Arbeitszeit vor. Also live am Ort des Geschehens. So aktuell ist der Blog selten.)

Gerade kam wieder so eine Meldung an die SAP-Benutzer rein. Inhalt übersetzt und kurz zusammengefasst: "Wir bitten die Unannehmlichkeit des weiterhin bestehenden Problems zu entschuldigen. An der Behebung wird intensivst gearbeitet. Seien Sie uns auch weiterhin gewogen."

Man kann es mit der "Kundenfreundlichkeit" auch übertreiben. Selbst in Japan!

[Update... (15:25 Uhr)]

Ich konnte ein Muster ausmachen! Die im vorigen Update genannte Entschuldigungsmeldung wird im Abstand von etwa 50 bis 60 Minuten versendet.

[Update... (17:50 Uhr)]

Gerade habe ich erfahren, dass es keinen "Büroalltagsverbesserungsvorschlagskasten" gibt. Also gilt es für mich erstmal diesen Misstand zu beseitigen. Ich werde heute Abend schon mal meinen Berater-Werkzeugkasten aus der Ecke holen. Und beim nächsten geselligen Gemeinsam-viel-Essen-und-noch-mehr-Trinken-Abend des IS-Departments kommende Woche werde ich meinem Chef dann ein ausgefeiltes "Büroalltagsverbesserungsvorschlagskasten"-Konzept vorlegen.

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