代々木公園で見た

代々木公園で見た

Dienstag, 26. Juni 2007

Freitag, 22. Juni 2007

Berufswunsch Journalist?

Meine Zeit bei Merck Ltd. Japan nähert sich langsam aber sicher ihrem Ende. Der nahende Abschied bewog mich bereits vor einigen Wochen mir Gedanken bezüglich meiner weiteren Zukunft als Werktätiger zu machen. Nun will ich berufsmäßig nächstens nach Möglichkeit nicht nur eingleisig im Karriere-Express fahren, da dies schnell auch auf ein totes Gleis führen kann. Um den Prellbock des beruflichen Lebens nicht eines fernen Tages mir im Wege stehen und auf mich zukommen sehen zu müssen, nutze ich so manchen Umsteigebahnhof, um zumindest zeitweise auch einmal auf andere Züge aufzuspringen.
Letztens erwischte ich den Zug "Journalismus" und machte es mir im Abteil "Fotoreportage" bequem. Dergestalt inspiriert übte ich mich schon bald als Bild-Reporter (nicht BILD-Reporter!) und sandte meine Ergebnisse an ein seriöses überregionales deutsches Tagesblatt. Im Internet-Portal eben jenes Hortes täglicher Information wurden nun die Ergebnisse meiner ersten Versuche als Berichterstatter veröffentlicht. Gemeinsam mit einem leider nicht ganz so begabten Bildunterschriften-Schreiberling fertigte ich eine Bildreportage zum Thema "Cosplay - ein Leben als Comicheld".

*Tataaa* ... und hier nun das Ergebnis.

Donnerstag, 14. Juni 2007

UFO über Kyoto

Da guck ich letztens die Fotos meines Urlaubs in Kyoto während der Golden Week durch und was muss ich auf einem Bild entdecken, welches mich vor dem Kiyomizu-dera Tempel zeigt?

Ein unbekanntes Flugobjekt... EIN UFO

Zuerst dachte ich: "Ok, wird wohl ein Vogel, Flugzeug oder gar ein Dreckfleck auf der Kamera gewesen sein". Aber falsch gedacht! Wie ein Vogel aus Stahl oder Fleisch und Blut sieht der Gegenstand nun definitiv nicht aus. Und auf den Bildern, die vorher und nachher mit dem Fotoapparat geschossen wurden, ist an der betroffenen Stelle nichts zu entdecken, was wie ein Fleck aussieht.
Also können es nur Besucher aus dem All sein!

Hier der Fotobeweis (das Ding im Kreis):



Und hier nochmal vergrößert:



Dumm nur, dass ich beim Ereignis des Jahres mal wieder nicht hingeguckt habe.

Sonntag, 10. Juni 2007

Hilfe die Welt versinkt

Heute morgen kam ein Gewitter über Tokyo, wie es es schon lang nicht mehr gab. Sintflutartige Regenfälle jagten Mensch und Tier bis zum späten Nachmittag von den Straßen Meguros. Außerdem dachte sich Raijin (jap. 雷神) der Donnergott er müsse sich einen Spaß daraus machen mich am Sonntagmorgen mal so richtig zu erschrecken. Ich stand gerade unter der Dusche, als es einen mächtigen Rums gab, der das Haus erzittern und mich das Duschbad aus der Hand verlieren ließ. Und als würde das nicht reichen, erhellte ein gleisender Blitz anschließend für eine Sekunde die Nachbarschaft. Da verlor selbst mein getreues Notebook, zwecks Energienutzung an das öffentliche Stromnetz angeschlossen, die Fassung, unterbrach jegliches musikalisches Unterhaltungsprogramm und spielte "Toter Laptop". Glücklicherweise halfen gutes Zureden und eine Betätigung der Power-Taste, ihn wieder ins Leben zurückzurufen.

Tütenwahn

Lang habe ich es tapfer ertragen oder durch ein rechtzeitiges "fukuro wa iidesu" zu verhindern gewusst. Aber nicht immer lässt es sich umgehen.
Während in Deutschland die äußerst praktischen Klappkisten bereits vor vielen Monden Einzug hielten in die Grundausstattung eines jeden Supermarktkunden und sogar Stoffbeutel - insbesondere bei kleineren Einkäufen - eine wahre Renaissance erfuhren, schwört der gemeine Supermarktangestellte und seine Kundschaft in Japan noch immer auf die ach so geliebte Plastetüte.
Vergangenen Freitag stand bei mir wieder einmal ein "größerer" Lebensmitteleinkauf an: Brot, Wurst, Käse, Nudeln, Kartoffelsalat und Hühnerbeine für den Abend und noch einige andere Leckereien. Am Ende eine ganz beträchtliche Menge, die ich mit nach Hause zu nehmen gedachte.
Als es schließlich an der Kasse ans Einscannen der Preise und Packen der Sachen ging, sah ich vor meinem inneren Auge die Welt bereits in einem Berg von Plastetüten untergehen. Zunächst packte mir die Kassiererin vier Tüten zum Tragen in meinen Korb, was aufgrund der eingekauften Menge akzeptabel war. Doch dann kam es: der Kartoffelsalat, obwohl bereits in einer äußerst stabilen und dichten Verpackung enthalten, bekam eine extra Tüte verpasst, die eng um das Gefäß gewickelt wurde. Weiter ging es mit der Tiefkühlkost. Obwohl auch diese durch die Art ihrer Verpackung vor Beschädigung geschützt war, bekam sie eine zusätzliche schützende Umhüllung. Anschließend folgten noch die Melone, die Hühnerteilchen und die Butter. Für jedes ein extra, der Umwelt nicht unbedingt verträglicher, Kunststoffschutz.

Zu Hause angekommen und die Sachen in den Schränken verstaut, sah ich mich nunmehr insgesamt neun Tüten gegenüber.
Damit sie jetzt nicht gänzlich unnütz der Natur zu Lasten fallen, werde ich sie noch als kleine, aber feine Mülltüten nutzen.

Dienstag, 5. Juni 2007

Kiotsukete kudasai

Manchmal geschehen so Sachen, da will man sich einfach nur noch in Luft auflösen und nie gekannt worden sein.
So geschehen am heutigen Nachmittag:

Durch die HR-Abteilung von Merck Japan wurde in einer Rundmail die Ankündigung veröffentlicht, dass in den kommenden Tagen die Sommerboni für die Firmen-Angestellten ausgezahlt werden. Allerdings sind temporäre Mitarbeiter - wozu auch ich als Praktikant zähle - von diesen Boni ausgeschlossen. Dumm nur, dass ich in einem Mail-Verteiler enthalten bin, der sich da nennt "Merck-JP-Japanese (excl. temp. staff)". Somit gelangte das Rundschreiben also auch in mein Postfach.
Da ich auch sonst 'ne Abwechslung brauchte, dachte mein nicht ausgelastetes Hirn "Dazu muss ich jetzt 'nen dummen Spruch machen und den einer befreundeten deutschen Kollegin schicken".
Gedacht - getan, also fix die naheliegenste mit Kanji beschriftete Schaltfläche im Mailprogramm betätigt, mit der Absicht die Mail weiterzuleiten. Und kurz darauf waren auch ein paar Worte zum Thema geschrieben (... 2,75 x 0 Yen = 0 Yen ... was man sich dafür alles kaufen kann...). Außerdem durfte ein giftiger Kommentar über die Sinnhaftigkeit des Einfügens von temporären Angestellten in o. g. Verteiler nicht fehlen.
Noch ein halber Blick, ob ein Empfänger eingefügt wurde... Ja... fein. "Senden" betätigt. Noch ein Blick auf den Empfänger... OH GOTT da steht aber ein japanischer Name... Mist die Mail geht zurück an das Mädel aus der HR. Zum Glück kann sie kein Deutsch. Trotzdem schnell 'ne Entschuldigungsmail hinterher; Antwort: "No problem".
Kaum war die Mail mit der Entschuldigung raus, kommt eine Mail von der Kollegin, die ich eigentlich als Adressat wählen wollte. Inhalt: "AUTSCH!!! Bloß gut, dass hier keiner Deutsch spricht". Ich denke mir: Mmh woher konnte sie so schnell von dem "Missgeschick" erfahren? Da dämmerte es mir. Ich hab' bei meinem Blindflug über die Schaltflächen meiner japanischen Anwendung die Taste "Allen antworten" erwischt. D. h. alle Mitglieder im Verteiler haben meine Mail erhalten. Ganz große Katastrophe! Bei gut 400 Mitarbeitern in Japan kann sicher der eine oder die andere auch Deutsch. Mindestens unser Präsident, der ist ebenfalls Deutscher und sicherlich auch in dem Verteiler drin.
Im Laufe des Nachmittags erreichten mich dann auch gut 25 Antwortmails. Glücklicherweise alles nur Abwesenheitserklärungen.

Das Beste zum Schluss: Als ich kurz nach sechs Uhr das Büro verließ, gesellte sich eine Kollegin einer anderen Abteilung mit in den Aufzug. Guckt mich kurz fragend an und meinte dann "Oh, you had sent a mail this afternoon, right!? But you wrote the mail in German, so I could not read it." Nun sah ich mich doch gezwungen, sie über das versehentliche Betätigen der falschen Taste aufzuklären und, dass es auch eigentlich ganz gut ist, dass ich in Deutsch und nicht Englisch oder Japanisch geschrieben habe. Ihr abschließender Kommentar, als wir den Aufzug verließen und sich unsere Wege trennten:

気をつけて - kiotsukete - Vorsichtig sein das nächste Mal!

Im tiefsten Inneren meiner selbst versprach ich ihr und mir, mir diesen Ratschlag zu Herzen zu nehmen.
Und es beweist sich eben immer wieder: Männer sind nicht Multitasking-fähig. Wenn sie etwas anfangen, sollten sie sich ganz und gar darauf konzentrieren und sich nicht durch andere Aufgaben oder Gedanken ablenken lassen!