代々木公園で見た

代々木公園で見た

Freitag, 26. Januar 2007

Ausriss...

... zum Thema "Stäbchen" (jap. 端 Hashi):


A traditional ohashizome ceremony was held at Prince Akishino's residence in Tokyo to mark the first feeding of his son, Prince Hisahito, with chopsticks. During the ceremony, chopsticks were dipped in red bean porridge and then held to the young prince's mouth. Two blue rockets and a salted redwing sea robin fish are placed on a table to signify hope for a strong teeth and a healthy body.

A private girl's school in Nagasaki decided to test applicants' chopstick skills as part of their entrance examinations. Girls will be required to handle marbles, dice and three types of beans in order to judge their lifestyle habits.
The Hisatagakuen School is famous for its strict rules and also requires students to master tea ceremony and flower arranging.


Quelle: メトロポリス - Metropolis, Japan's N° 1 English Magazine; January 26, 2007 #670

Samstag, 20. Januar 2007

Premiere im Tsutaya

Aufgrund meiner Leseschwäche hinsichtlich der Kanji und der Unkenntnis bezüglich der Qualität verschiedener japanischer Musik-Interpreten habe ich mich bisher mit dem Kauf von CDs und DVDs hier in Japan sehr zurückgehalten.
Vor ein paar Wochen wurde mir deshalb von einer Lehrerin an der Sprachschule die DVD-Verleih-Kette "Tsutaya" empfohlen. Dort kann man - wie man es ja auch aus Deutschland kennt - günstig Musik und Filme ausleihen. Wenn ich also mal einen Fehlgriff tätige setze ich so nicht gleich 2.000 - 3.000 Yen für eine CD in den Sand.

Heute habe ich mich dann endlich mal aufgerafft zum örtlichen Tsutaya hier in Meguro zu gehen, um mich anzumelden und dann gleich den Laden "leerzuräumen".
Als ich die Anmeldeformalitäten hinter mich gebracht hatte, schlenderte ich also durch die Reihen der Regale mit CDs und DVDs und hatte schon bald eine stattliche Sammlung von zehn CDs unter dem Arm. In einer der hinteren Ecken des Geschäftes passierte es dann: Vor mich hinträumend und die langen Reihen von DVDs absuchend bog ich um eine Ecke, um gleich darauf fast mit einer kleinen Angestellten zusammenzustoßen, die von der anderen Seite des Regals kam. Beide blieben wir kurz erschrocken stehen und guckten uns für den Bruchteil einer Sekunde an. Nachdem sie sich vom ersten Schreck erholt hatte, ertönte als nächstes ihr einstudierter Ausruf "Irasshaimase" (Herzlich Willkommen!). Dann wanderte ihr Blick zu meinem rechten Arm, auf dem bequem und sicher die zehn CDs ruhten. Für mich nun wirklich keine echte Belastung. Aber das Mädel bekam große Augen und guckte mich fragend an. Nach einem kurzen "Chotto omachi kudasai" ("Einen Moment bitte!") machte sie fix auf der Stelle kehrt.
Ich ahnte schon, was gleich kommt. Und richtig! Keine zehn Sekunden später stand sie mit einem Korb vor mir, nahm meine CDs und packte sie rein, um mir daraufhin den gefüllten Korb zu überreichen. Dann sah sie mich glücklich an, sicher mit der Gewissheit mir den Aufenthalt im Tsutaya noch etwas angenehmer gestaltet zu haben.
Oder aber es war auch einfach nur ihr Geschäftssinn. Denn nun hatte ich auch noch Platz für eine weitere CD und eine DVD...

Freitag, 19. Januar 2007

Handwerker in Japan

Als ich im Dezember in mein jetziges Apartment zog, fiel mir auf, dass der Kleiderschrank beim Öffnen der Fächer fast auseinander fiel. Deshalb bat ich Anfang des Jahres meinen Vermieter, den Schrank durch einen neuen zu ersetzen.

Gestern Nachmittag schließlich kamen die Handwerker mit einem neuen Schrank. Zwei junge Burschen.
In japanischen Häusern zieht man sich bekanntermaßen die Straßenschuhe bereits am Eingang aus, bevor man die Wohnung betritt und schlüpft normalerweise in bereitstehende Hausschuhe. Die Schuhe werden so hingestellt, dass sie mit der Spitze Richtung Ausgang zeigen. So kann man beim Verlassen der Wohnung bequem wieder hineinschlüpfen.
Als die beiden Handwerker nun mein Apartment betreten wollten, um den alten Schrank herauszuholen, zogen auch sie sich ungefragt am Eingang die Straßenschuhe aus, ließen sie aber nicht einfach achtlos stehen, sondern drehten sie so, dass sie mit der Spitze Richtung Tür zeigten. Aufgrund des Mangels an Hausschuhen betraten sie dann in Strümpfen meine Wohnung, um den Schrank zu holen. Das alte Teil war recht leicht, so dass sie keine Probleme hatten es aus dem Apartment heraus und die steile, enge Treppe herunterzutragen. Selbstverständlich nachdem sie am Ausgang in ihre Schuhe geschlüpft waren.
Dann kam für die beiden jedoch der anstrengende Teil der Arbeit. Denn der neue Schrank war, obwohl etwas kleiner, doch erheblich stabiler und schwerer, als der alte. Sie hatten etliche Mühe den Kasten die enge Treppe herauf- und in mein Apartment hereinzubringen. Hilfe meinerseits lehnten sie jedoch stets ab. Ein Kunde hilft hier in Japan anscheinend einfach nicht; schließlich hat er für die Arbeit die Handwerker bestellt. Beim Betreten des Apartments wieder die gleiche Szene wie zu Beginn: Obwohl sie beide an dem schweren Schrank zu buckeln hatten und ihn kaum halten konnten, zogen sie die Schuhe aus und drehten sie - wenn auch nur leidlich mithilfe der Füße - in Richtung Ausgang.
Nach dem erfolgreichen Aufstellen des Schrankes, baten sie mich noch um den Staubsauger, damit sie den von ihnen verursachten Dreck auch selbst entfernen konnten. Selbst der Schrank wurde mit einem feuchten Lappen noch kurz ausgewischt.

Ich hab in Deutschland bisher nicht viel Erfahrung mit Handwerkern gemacht, aus Berichten anderer habe ich jedoch ein oftmals gänzlich anderes Verhalten herausgehört:
Schuhe ausziehen? Viel zu umständlich, schließlich rennt man doch eh gleich wieder raus, um was zu holen. Selbst auf Bitten der Dame des Hauses oder des Hausherrn wird das nur selten gemacht.
Saubermachen? Gar keine Zeit! Schließlich wartet bereits der nächste Kunde. Und die Arbeit für die man bestellt wurde ist doch getan.

Selbst Vertreter, die zum Teil sehr viele Kunden am Tag besuchen, ziehen sich vor japanischen Wohnungen stets die Schuhe aus. Aus diesem Grund sind bei japanischen Geschäftsmännern Slipper sehr beliebt, denn aus denen kommt man leicht und schnell heraus und auch genauso einfach wieder hinein.

Donnerstag, 18. Januar 2007

Willkommen bei Merck Ltd. Japan

Gestern hatte ich das erste Mal die Gelegenheit meine zukünftige Arbeitsstelle bei Merck Ltd. Japan zu besuchen und mich der Gruppe vorzustellen und mich mit meinem Chef zu unterhalten.

Nachdem ich zunächst von meinem Abteilungsleiter begrüßt wurde, stellte er mich der Abteilung vor. Dabei konnte ich gleich das erste Mal Elemente der japanischen Firmenkultur kennenlernen. Als wir beide zusammen in das Großraumbüro kamen, in dem sich die Abteilung befindet, und der Abteilungsleiter mit meiner Vorstellung beginnen wollte, sagte er nur ein paar wenige Worte und schon standen alle stramm und schauten in unsere Richtung.
Nach ein paar einführenden Worten durch den Boss bat er mich auch ein paar Worte zu sagen. Zum Glück war ich vorbereitet und trug reichlich nervös meine "Jikoshōkai" (Selbstvorstellung) vor. Auf das abschließende "Yoroshiku onegaishimasu" meinerseits folgte im Chor der selbe Ausspruch von Seiten der zukünftigen Kollegen. Damit war schon einmal eine gute Basis für die Zusammenarbeit geschaffen.
Die IS-Abteilung, in der ich eingesetzt bin, besteht im Übrigen ausschließlich aus JapanerInnen, mit der Ausnahme von einem Thailänder und mir. Da hoffe ich mein Japanisch noch einiges verbessern zu können. Außer mir sind auch noch vier weitere Deutsche bei Merck Ltd. Japan angestellt - ein Manager und drei Trainees.

Nach der internen Vorstellung führte mich der Abteilungsleiter noch durch die anderen Abteilungen und zur HR-Abteilung, zu der ich laut Auskunft der Leiterin jederzeit kommen kann, wenn ich irgendwelche Probleme habe.

Wieder zurück am Platz meines Betreuers unterhielten wir uns über meine möglichen künftigen Aufgaben. Kurz gesagt, es wird mit höchster Wahrscheinlichkeit ein Projekt im SAP-Bereich. Darin bin ich derzeit zwar noch völlig unwissend, aber ich wollte ja was Neues lernen.

Am frühen Abend war dann schließlich noch eine Willkommensfeier für zwei neue Gruppenmitglieder und mich angesagt. Dazu zog unsere Abteilung gesammelt in ein Fischrestaurant hier in Meguro. Zu Beginn hielten der Abteilungsleiter und dessen Vorgesetzter zwei kurze Reden, die mir einer der Kollegen dankenswerter Weise ins Englische übersetzte.
Bei Sashimi, gekochten und gebratenem Fisch, frittiertem Gemüse, Fischrogen und - man glaubt es kaum - Fischsperma, ließen wir es uns danach gut gehen. Getrunken wurde reichlich Bier und Sake. Das Essen dauerte gut drei Stunden und ständig kamen neue Gerichte auf die Tische.
Als die Chefs kurz nach 21 Uhr verschwanden, wurde es erst richtig lustig. Es wurden witzige Stories erzählt, deren Inhalt ich aber leider nur sehr bruchstückhaft verstand, wenn überhaupt. Außerdem begann die Gruppe das jüngste Mitglied ein wenig zu "ärgern". Dieser hat vor kurzem begonnen Englisch zu lernen und wurde nun ständig aufgefordert mit mir und dem thailändischen Kollegen Englisch zu sprechen und uns alle möglichen Fragen zu stellen. Das fiel ihm aber schon sichtlich schwer. Aber die anderen ließen nicht locker. Als er dann eine kleine Pause dazu nutzen wollte, den ältesten anwesenden Kollegen zu einem Glas Sake einzuladen, kamen sie auf die Idee ihn mit verschiedenen privaten Fragen zu piesacken. Eine Frage die ich so ungefähr verstand war, ob er denn ein Mädchen bei Merck im Büro oder im gesamten Bürokomplex (Arco-Tower) nett fände. Ich hab zwar vieles nicht verstanden, aber an seinen Verbeugungen und den Gesten der anderen, schien er sich schon ein wenig zu winden.

Um kurz nach 22 Uhr löste sich die Gruppe auf, da viele noch einen weiten Heimweg von bis zu zwei Stunden hatten. Zusammen mit einer meiner zukünftigen Kolleginnen, die auch in Meguro wohnt, lief ich in Richtung meines Apartments. Auf dem Weg unterhielten wir uns noch ein wenig über meine Herkunft und die Wochenendpläne. Auf Japanisch versteht sich (^_^)

Nun schaue ich erwartungsvoll den nächsten Monaten entgegen und freue mich auf die kommende Zeit bei Merck.
Ich denke mich erwarten eine anspruchsvolle Aufgabe und nette Kollegen.

Sumō Basho in Tokyo

Vergangenen Sonntag hatte ich das Vergnügen und die Ehre, mir Wettbewerbe der wohl japanischsten aller japanischen Sportarten live und in Farbe ansehen zu können – Sumō. Zusammen mit einigen anderen Deutschen traf ich mich am Vormittag in Ryōgoku vor der Kokugikan Arena. Von der Ostasiatischen Gesellschaft organisiert, führte uns ein langjähriger Fan des Sumō in die Heiligen Hallen und erläuterte uns, nachdem wir unsere Plätze ganz oben hinten im zweiten Rang aufgesucht hatten, zunächst die Regeln des Sports und berichtete ein wenig über die Geschichte und die Zeremonien des Sumō.

Der japanische Sumō-Kalender sieht jährlich sechs "Basho", so heißen die Turniere, vor. Jedes "Basho" dauert 15 Tage. An jedem Tag muss jeder der teilnehmenden "Rikishi", die Sumō-Ringer, einen Kampf bestehen. Drei der "Basho" finden in Tokyo statt (Januar, Mai und September) und jeweils eines in Osaka (März), Nagoya (Juli) und Fukuoka (November).

Der vergangene Sonntag war der achte Tag des Januar-Turniers und versprach deswegen besondere Spannung. Denn einige "Rikishi" hatten die Möglichkeit bereits ihren achten Kampf zu gewinnen und damit einen wichtigen Schritt hinsichtlich des Turniergewinns, oder wenigstens einer Beförderung in einen höheren Rang, zu machen. Wer am Ende entweder 15, oder aber wenigstens die meisten Siege davongetragen hat, gewinnt das Turnier in seiner Klasse. Aber auch ein gutes Sieg-Niederlage-Verhältnis hilft hinsichtlich des Aufstiegs in den Rängen weiter.

Das "Basho" begann am Vormittag etwa gegen 09:30 Uhr mit den Kämpfen der niederen Ränge, den "Jonokuchi" bis zu den "Makushita". Die "Rikishi", die diese Ränge bekleiden, kämpfen jedoch nur an sieben Tagen des "Basho". D. h., sie müssen auch nur sieben Kämpfe bestehen. Bei den genannten Rängen wird auch auf einen Großteil der Zeremonien zu Beginn und am Ende eines Kampfes verzichtet. Dies ist sicher auch der großen Anzahl an Teilnehmern in den unteren Rängen – etwa 150 – verschuldet.

Am Vormittag und zur Mittagszeit waren in der Kokugikan Arena noch nicht sehr viele Besucher anwesend, so dass wir uns frei in der Halle bewegen konnten und sogar die Möglichkeit hatten, bis auf wenige Meter an das "Dohyo", den Kampfplatz, heranzutreten und den Kämpfen beizuwohnen. Später, zu den Kämpfen der oberen Ränge und der internationalen Sumō-Stars, sollte sich die Halle jedoch noch fast bis auf den letzten Besucherplatz füllen.
Auch im Außengelände der Arena war es sehr interessant, denn man konnte die ankommenden Sumō-Kämpfer hautnah beim Betreten des Geländes und der Halle erleben. Begeisterte Fans riefen vielen der eintreffenden Kämpfer ein lautstarkes "Ganbatte kudasai" zu, was man in etwa übersetzen kann mit "Behaupte Dich", "Lass Dich nicht kleinkriegen" oder "Behalt den Kopf oben". Die Kämpfer in den höheren Rängen hatten sogar eigene Diener dabei, die ihnen die Taschen getragen haben. Diese Diener sind Sumō-Kämpfer in sehr niedrigen Rängen, die für ihren "Herrn" alles machen müssen: Saubermachen, Einkaufen, Kochen, Badewasser einlassen usw...


Pünktlich um 14:35 Uhr, so wie es auch im Programmheft stand, begann die Zeit der Kämpfe der "Rikishi" in den Rängen der "Juryo". Dies sind die mittleren Ränge des Sumō und es gibt derzeit gerade einmal 28 professionelle "Rikishi" in Japan, die diesen Rang innehaben.

Dieser Abschnitt des Wettkampftages begann mit der "Dohyo-iri". Zu dieser Zeremonie, die übersetzt soviel wie "Betreten des Rings" heißt, begeben sich die Ringer der zwei Sumogruppen "Ost" und "West" jeweils gesammelt in das "Dohyo". Dabei tragen sie ihre Schmuckschürzen, die sogenannten "Kesho-mawashi". Diese sind aus Seide und zeigen unterschiedliche Muster und Bilder, die sich auf den "Rikishi" beziehen, der die "Kesho-mawashi" trägt. Unter anderem finden sich Abbildungen von Landschaften der Heimat-Präfekturen, oder bei Ausländern die Farben ihrer Landesflaggen. Aufgrund der reichhaltigen Verzierung mit Gold- und Silberfäden, sowie den enthaltenen Diamanten, kosten diese Schürzen nicht selten mehr als 2.000.000 Yen.

Nachdem die "Rikishi" das "Dohyo" betreten haben, führen sie einige kurze traditionelle Rituale durch. Zuerst vollführen die Kämpfer der Ostgruppe das "Dohyo-iri", anschließend die Mitglieder der Westgruppe.


An das "Dohyo-iri" anschließend fanden die Kämpfe der "Juryo" statt.

Der Zuschauerbereich der Kokugikan Arena füllte sich mehr und mehr, bis schließlich kurz vor 16 Uhr alle Plätze besetzt waren und wir zu unseren Sitzen zurückkehren mussten.

Um etwa 15:50 Uhr betrat schließlich die Elite der Sumō-Kämpfer – die "Maku-uchi" – die Halle. Unter ihnen waren so bekannte Namen, wie Kotooshu, ein Bulgare, der derzeit der ranghöchste Ausländer im Sumō-Sport ist, Kaio, Tochiazuma, sowie der derzeitige alleinige "Yokozuna", der Mongole Asashoryu. "Yokozuna" ist der höchste Rang, den ein "Rikishi" erreichen kann. Die Anzahl der "Rikishi", die in der japanischen Sumo-Vereinigung die Ränge eines "Maku-uchi" bekleiden dürfen, ist auf 40 beschränkt.

Nachdem auch die "Maku-uchi" ihre "Doyo-iri"-Zeremonie durchgeführt hatten, durfte zunächst Asashoryu seinen ersten großen Moment des Tages haben. Als amtierender "Yokozuna" hatte er das Recht (oder die Pflicht) das "Tachimochi" zu vollführen.

Bei diesem Ritual betritt der "Yokozuna" den "Dohyo", gefolgt vom Ober-"Gyoji" (einem Ringrichter) und zwei "Maku-uchi rikishi". Alle drei "Rikishi" tragen ihre "Kesho-mawashi" und einer der beiden Assistenten zusätzlich ein großes Schwert. Der "Yokozuna" hat über seiner "Kesho-mawashi" außerdem ein dickes verziertes Hanfseil, welches ca. 15 kg wiegt und auf dem Rücken kunstvoll zusammengebunden ist. Vorn hängen Zickzack-Papiermuster herunter, die ein bekanntes shintoistisches Religionssymbol darstellen.


Der "Gyoji" und die beiden "Maku-uchi rikishi" hocken sich an den Rand des "Dohyo" und der "Yokozuna" vollführt daraufhin mit äußerster Achtsamkeit und Eleganz die "Dohyo-iri"-Zeremonie. Dabei werden einige traditionelle Bewegungen durchgeführt, die die Verbundenheit mit den Göttern und das Nichtvorhandensein von Waffen aufzeigen sollen. Außerdem werden noch mit beiden Füßen kräftige Tritte auf den Boden vollführt, um böse Geister aus dem "Dohyo" zu vertreiben.

Sollte es mehr als einen "Yokozuna" geben, dann führen auch die anderen ein solches Ritual durch.

Nach diesem Ritual begannen die Kämpfe der Sumō-Stars, stets begleitet vom Anfeuern und der Begeisterung der Zuschauer.

Nun noch kurz ein paar Worte zum Ablauf eines Sumō-Kampfes:
Zunächst betreten beide "Rikishi" von der Ost-, bzw. Westseite aus das "Dohyo". Anschließend vollführen sie einige symbolische Bewegungen, um Geist und Körper zu reinigen. Außerdem spülen sie ihren Mund mit sogenanntem "Kraftwasser" aus. Dieses soll zum einen Kraft und zum anderen Reinheit auf den Kämpfer übertragen. Bei den Kämpfen der höheren Ränge ("Maku-uchi") übergibt der Sieger des vorhergehenden Kampfes dem nächsten aus seiner Gruppe dieses Wasser, um damit auch seine Kraft an ihn zu übergeben. Verlierer dürfen das aus verständlichen Gründen nicht. Außerdem trocknen die Ringer ihre Körper mit einem Papiertuch. Einige rituelle Bewegungen, die während den Vorbereitungen ausgeführt werden, sind von der "Dohyo-iri" des "Yokozuna" übernommen worden. So unter anderem das Heben der Arme zu beiden Seiten und das Aufstampfen mit den Füßen. Unmittelbar bevor die Ringer den Ring betreten, wirft jeder der Kontrahenten eine Handvoll Salz in die Mitte des "Dohyo", um damit sich selbst vor Unfällen zu bewahren. Allerdings ist das Werfen des Salzes ein Privileg der höheren Ränge, also den "Juryo", den "Maku-uchi" und den "Maku-shita".
Der Kampf beginnt, indem sich beide "Rikishi" in die bekannte Startstellung, der "Shikiri", begeben. Dabei stehen beide auf ihren Füßen, die Fäuste berühren den Boden und die Kontrahenten sehen sich gegenseitig an. Nun warten sie auf den psychologischen Moment, in dem sich beide bereit für das Ringen fühlen. Kommt dies nicht zustande, dann kann es passieren, dass die Startstellung aufgegeben wird und sich beide "Rikishi" wieder in ihre Ecken begeben, um erneut Salz in den Ring zu werfen und in die Startstellung zu gehen. Während der Veranstaltung am Sonntag kam es sehr oft zu diesem Verhalten, welches ich mir zunächst nicht erklären konnte. Aber ein bisschen Psychologie spielt wohl in jedem Sport mit. Der Wechsel aus "Shikiri" und Salzwerfen kann maximal bis zu vier Minuten lang wiederholt werden.


Dafür sind die Kämpfe dann umso schneller vorbei. Verloren hat ein "Rikishi", wenn er entweder den Ring verlässt oder mit einem anderen Körperteil, als den Füßen den Boden berührt. Selbst, wenn der Fuß abknickt und der Kämpfer damit nicht mehr auf der Fußsohle steht, gilt das als Verlust des Kampfes.


Nachdem alle Kämpfe vorbei waren, stand nochmals ein Höhepunkt des Tages an. Als abschließendes Ritual wurde von einem dafür speziell ausgewählten "Makushita rikishi" der "Yumitori-shiki", der "Bogen-Tanz", aufgeführt. Dabei wirbelt der "Rikishi" einen Langbogen, den er von einem "Gyoji" überreicht bekommt, in einem im Ablauf festgelegten Tanz hin und her. Anscheinend machte der diesmal ausgewählte "Rikishi" seine Sache sehr gut, denn das Publikum konnte sich kaum halten vor Begeisterung.

Pünktlich zu den Abendnachrichten um 18:00 Uhr fand die Veranstaltung ihr Ende und das Publikum verließ geordnet die Arena, um sich dann gesammelt in die Metro-Bahnen Richtung Tokyo-Zentrum zu quetschen.

Montag, 8. Januar 2007

Gomennasai denshirenji ga arimasen

Hier in Tokyo ist es relativ preisgünstig Essen zu gehen, wenn man eine der zahlreichen Ramen-, Sushi-, Okonomi-Yaki- oder Nudel-Häuser besucht. Deshalb habe ich mich bisher noch nicht dazu durchringen können meine Küche zu mehr, als zum Wasserkochen, zu benutzen.
Allerdings habe ich ab und an auch das Bedürfnis zu Hause zu essen. Für Menschen, die es eilig haben oder so faul / unfähig sind wie ich, in den hiesigen Verkaufsmärkten die Zutaten für eine anständige Mahlzeit zu kaufen, bieten Conbini und Verkaufsstände in Bahnhofsnähe sogenannte Obento an. Dies sind frisch zubereitete Mahlzeiten, meist bestehend aus Fleisch oder Fisch, Gemüse und Nudeln oder Reis. Möchte man ein Obento sofort nach dem Kauf verzehren, kann man sich dieses in den Geschäften kurz aufwärmen lassen. Andernfalls sollte man dies zu Hause nachholen, denn kalt schmecken Obento in den seltensten Fällen richtig gut.

Nach meinem Umzug nach Meguro stellte ich zu meinem Entsetzen fest, dass mein Apartment keine Mikrowelle bereithielt. Nachdem ich mehrmals vergeblich versucht habe von meinem Vermieter zu erreichen, dass mir eine Mikrowelle bereitgestellt wird, bin ich heute losgezogen um mir selbst eine zu kaufen. Bei Yodobashi Kamera in Shinjuku hatte ich auch recht schnell das günstigste Modell gefunden (Normalpreis 5.900 Yen [Anm.: die Preise nenne ich, weil sonst Missverständnisse entstehen könnten, wie ich gerade beim Schreiben des Posts merke]), welches aufgrund einer Aktionswoche auch noch im Preis gesenkt war (4.900 Yen), und ging selbstbewusst mit den Worten "Kono denshirenji o kaitai desu" ("Ich möchte diese Mikrowelle kaufen") auf einen der Verkäufer zu. Sogleich stiefelte er los, um ein eingepacktes Modell zu holen, kam wenig später aber etwas verlegen zurück: "Gomennasai, ima kono denshirenji no taipu ga arimasen". Die Mikrowelle war leider ausverkauft.
Da er mich jedoch nicht enttäuscht von dannen ziehen lassen wollte, bot er mir sogleich an, mir das nächstbessere Modell (Normalpreis 7.900 Yen) zum gleichen Preis (4.900 Yen), wie ich für mein Wahlgerät gezahlt hätte, zu verkaufen. Ich war schon "echt" enttäuscht, dass mein Wunschgerät nicht verfügbar war, jedoch sein Vorschlag stimmte mich milde. Nachdem er ein wenig auf seinem Taschenrechner herumgetippt hatte, kam die nächste schlechte Nachricht für mich. Leider könne er mit dem Preis doch nicht so ganz tief heruntergehen, aber er könne mir für das bessere Gerät einen Nachlass von 2.400 Yen geben, nannte also einen Verkaufspreis von 5.500 Yen. Da dies immer noch unter dem von mir gesetzten Limit lag stimmte ich zu und befand mich kurz darauf im Besitz einer Mikrowelle. Man beachte bitte: Dieser Preis liegt auch unterhalb des Normalpreises meiner billigen Erstwahl.
Und jetzt kommt der Clou: Da er mir erst etwas versprochen hatte, was er dann doch nicht einhalten konnte (zumindest glaube ich, dass dies sein Beweggrund gewesen sein könnte), überreichte er mir noch eine Gratinform für die Mikrowelle als Präsent.

Ich muss es immer wieder sagen: Ich bin jedesmal vollauf begeistert von der japanischen Dienstleistungskultur und dem Verhältnis zwischen Händler und Kunden.

Deutschland nimm Dir ein Beispiel!

!!! BELOHNUNG !!! Wer kennt es?

In den letzten Tagen lief ich wieder einmal durch Shinjuku, da erlebte ich zum wiederholten Mal folgende Situation vor einem, meiner Meinung nach, ganz normalen Doughnut-Shop:




Mehr als hundert Menschen standen in einer langen Schlange an, die im Übrigen von Sicherheitsleuten unterbrochen und an anderer Stelle rechts des Gebäudes fortgeführt wurde, um in das Geschäft zu gelangen.

Was ist so besonders an Krispy Kreme Doughnuts?

Für sachdienliche Hinweise wäre euch die Deutsche Gemeinschaft in Tokyo sehr verbunden!

Seijin no hi

Am morgigen (bzw. wenn ich so auf die Uhr gucke, heutigen) Montag begeht man in Japan übrigens schon wieder einen Feiertag, an dem alle (oder zumindest die meisten - mein Mitgefühl geht an N.) arbeitenden Menschen in Japan frei haben.
Der Coming-of-Age Day (jap. 成人の日 Seijin no hi) wird stets am zweiten Montag des Januars begangen. An diesem Tag werden alle jungen Leute gefeiert, die in diesem Jahr 20 Jahre alt werden. Mit 20 Jahren gilt man in Japan als volljährig und kann damit alle Vorzüge des Erwachsenseins genießen.
In Städten und Gemeinden werden Zeremonien abgehalten, in deren Rahmen oftmals sogar prominente Mitglieder der Gesellschaft Reden halten. Auf vielen der Veranstaltungen fließt der Alkohol in Strömen, eine der Privilegien des Erwachsenseins.
Ungezügelter Alkoholkonsum hat jedoch bereits viele Gemeinden dazu bewogen die Veranstaltungen zu kürzen oder den Alkoholausschank zu beschränken.

An dieser Stelle auch von mir alles Gute denjenigen, die dieses Jahr volljährig werden; ob nun mit 20 Jahren in Japan oder mir 18 Jahren in Deutschland.


Prost!!!

Sonntag, 7. Januar 2007

Beten für Glück und Erfolg in 2007

Herzlich willkommen zurück in meinem Blog im Jahre 2007 oder nach japanischer Zeitrechnung im Jahre 19 des Kaisers Akihito.

Nachträglich wünsche ich allen Lesern noch ein gutes und erfolgreiches neues Jahr.

明けましておめでとございます

Als ich Anfang des Jahres von einer japanischen Freundin Neujahrsgrüße erhielt, erzählte sie mir auch, dass sie am 1. Januar mit ihrer Familie traditionell nach Narita fährt, um den dortigen buddhistischen Tempel zu besuchen. Es handelt sich dabei um den im Jahre 940 vom Mönch Kancho-sojo gegründeten Naritasan Shinshoji Tempel, auch bekannt als "Ofudo-sama von Narita" (Fudo-myō, Gott des Feuers). Ofudo-sama ist einer der drei wichtigsten Fudo-myō-Götter des Kanto-Distrikts. Des Weiteren handelt es sich beim Naritasan um den Haupttempel der buddhistischen Shingon Sekte. Zu Neujahr versammeln sich in diesem Tempel tausende Gläubige, um Schutz und Glück für sich im anbrechenden Jahr zu erbitten.

Den heutigen sonnigen und warmen Tag habe ich dazu genutzt auch einmal nach Narita zu fahren und den Tempel zu besuchen.
Nachdem ich mich auf unserer privaten internationalen Silvesterfeier in Shibuya etwas zu sehr mit dem Verkosten der Produkte von Sapporo, Kirin und Asahi beschäftigt habe, und dadurch am Neujahrsmorgen die Möglichkeit, im dortigen Shintō-Schrein bei den Kamis und Ahnen für mein Glück zu bitten, nicht wirklich bewusst wahrnehmen konnte, wollte ich auch dies unbedingt nachholen.

Früh morgens brach ich also auf. Als erstes machte ich, kaum aus dem Haus getreten, Erfahrung mit einigen (meist weiblichen) Fahrradfahrern, die die Möglichkeit unbedingt wahrnehmen wollten, auf den noch leeren Gehwegen die wahren Leistungen ihrer Drahtesel auszutesten. In Tokyo müssen Fahrradfahrer im Normalfall nämlich auf dem Gehweg fahren, da die Straßen aufgrund der Vielzahl von Autos zu gefährlich sind. Und im normalen Tagesverkehr ist mit dem Fahrrad auf dem Gehweg kaum ein ordentliches Fahren möglich, da andauern einer von den lästigen Fußgängern in die Quere springen kann.

Mit der JR Yamanote Line und dem Narita Express ging es schließlich nach Osten, hinaus aus Tokyo, über weite Reisfelder und kleine Dörfer, bis nach Narita. Nach dieser Stadt ist im Übrigen auch der internationale Flughafen von Tokyo benannt, der nicht weit entfernt liegt.

Da der Weg zur Omote-sando, der Hauptstraße zur Tempelstadt, sehr gut ausgeschildert und außerdem in der Touristinformation kostenlose Umgebungskarten zu bekommen waren, machte ich mich in Narita ohne große Verwirrung auf den Weg Richtung Tempel. Links und rechts der Omote-sando fanden sich viele kleine Restaurants und Geschäfte, die Souvenirs, chinesische Medizin, japanische Süßigkeiten, eingelegtes Gemüse und Unmengen an Fisch in allen möglichen Formen anboten. So gab es beispielsweise getrocknete Guppys (zumindest von der Größe her) in den Farben Rot, Gelb und Grau. Des Weiteren im Angebot waren eingelegter und frittierter Fisch und kleine, maximal 10 cm lange lebende Aale, zu 500 Yen für 100 g Aal. Ich hab lieber nicht gefragt, wie man die zubereitet.

Bald schon hörte man von fern die Megaphonstimmen unzähliger pflichtbewusster Sicherheitskräfte, die die Menschenmassen in die rechten Bahnen lenkten und vom Zusammenbruch der geordneten Bewegung abhielten. Als ich in den Tempelbereich einbog wurde ich von der Menge an Menschen völlig überwältigt, da bis dato in der Omote-sando für japanische (Tokyoter) Verhältnisse nicht viel los war. Ich bahnte mir den Weg durch eine Menge schwarzer Köpfe und erreichte den "Niomon". Dies ist das Eingangstor zum Tempelbereich. Hinter dem Tor ging es eine steile Treppe herauf, an deren oberen Ende wiederum ein Mann mit Mikrophon die Menschen beschwor nicht stehenzubleiben.

Oben angekommen wollte ich mich noch einmal umdrehen, um ein Foto der heraufziehenden Massen zu schießen. Sofort ermahnte mich der Mann mit dem Mikrophon doch bitte hier nicht stehenzubleiben und weiterzugehen. Zunächst tat ich so, als könnte ich ihn nicht verstehen. Als er jedoch mit Händen und Füßen und auf die anderen braven japanischen Besucher weisend mir zu verstehen gab, was er von mir wollte, konnte ich seiner netten Art nicht mehr widerstehen und gab seinem Wunsch nach. Sein dankbarer Blick ist mir noch jetzt im Gedächtnis.

Schließlich stand ich vor der "Dai-hon-do" Halle, dem Hauptgebäude des Tempels. Im Inneren der 296 Tatami-Matten (488 qm) großen Halle befindet sich eine Statue des Fudo-myō, dem Gott des Feuers und es wird kontinuierlich ein Weihrauchfeuer am Brennen gehalten. Als ich an der Reihe war, stellte ich mich im Eingangsbereich mit Blick auf die Statue hin, warf eine Münze in den dafür vorgesehenen Holzkasten und bat, wie ich es zu Silvester von einem japanischen Freund gelernt hatte, um Glück für das Jahr: Zuerst die Münze werfen, dann verbeugen, die Hände zusammenhalten und den Wunsch äußern (natürlich nur in Gedanken), dann zweimal in die Hände klatschen und am Ende noch einmal eine Verbeugung.


Dai-hon-do Halle

Anschließend pilgerte ich über den großen Platz um den Naritasan Shinshoji Tempel und bestaunte die anderen Bauten: u. a. eine dreistöckige Pagode, ein Gebäude (Issaikyo-do) mit einer großen Sammlung an buddhistischen Sutren (oder Sutras) und die Shakado Halle, die den Staatsschatz enthält.

Und über all dem Geschehen um mich herum vernahm ich in dankbarer Demut stets die Ermahnungen unserer Beschützer, den Sicherheitskräften, die uns immer wieder dazu aufriefen darauf zu achten, wo wir hintreten und stets Ruhe zu bewahren.


Immer hilfsbereit: Die Männer vom Sicherheitsdienst

In einem etwas ruhigeren Bereich der Tempelanlage, nahe der Deito Pagode, machte ich es mir, nachdem ich mich mit Nudeln und frittiertem Hühnchen am Spieß eingedeckt hatte, bequem um mein Mahl zu verzehren und die Ruhe, die der Platz ausstrahlte zu genießen. Außerdem hatte ich mir vorgenommen einmal ein paar Eindrücke von den Menschen, die um mich herum waren, auf Zelluloid – oder in der modernen Version – auf Chipkarte zu binden. Bisher kam dieser Aspekt des Lebens bei meinen Fotostreifzügen durch Tokyo oftmals etwas zu kurz. Nach meiner Rückkehr nach Deutschland möchte ich jedoch nicht den Eindruck erwecken, Japan bestünde nur aus Autos, Häusern und lustigem Spielzeug. Also legte ich mich auf die Pirsch und konnte einige schöne Schnappschüsse landen. Während meiner heutigen abendlichen Fotoauswertung konnte ich feststellen, dass ich es tatsächlich geschafft habe, ein reiches Bild der Facetten des japanischen Lebens und Seins im Tempelbereich und Narita einzufangen.


Die Daito Pagode

Zum Abschluss meines Besuchs im Naritasan besuchte ich noch einmal eine der Nebenhallen der Dai-hon-do, um dort für eine kleine Spende mein Glück im Ziehen eines Glücksbriefs zu versuchen. Der Glücksbrief enthält Weissagungen für das anbrechende Jahr. Um einen solchen Brief zu bekommen schüttelt man zunächst eine kleine Holzdose, an deren einem Ende ein kleines Loch ist. Wenn man die Dose dann auf den Kopf stellt, dann kommt aus dem Loch ein zufälliges Stäbchen mit einem Zeichen. Dies zeigt man dann einer der zahlreichen Helferinnen, die daraufhin in ein Regal mit vielen kleinen Kästchen greifen und den zum Zeichen passenden Glücksbrief herausgibt. Wenn man den Brief gelesen – oder in meinem Fall zur späteren Übersetzung fotografiert – hat bindet man den Brief vor dem Tempel an ein Holzgestell, an dem bereits hunderte anderer dieser Briefe hängen. Nun darf man hoffen, dass die Weissagungen und Wünsche in Erfüllung gehen.

Wenn ich den Brief übersetzt habe, dann werde ich seine Botschaft im Blog veröffentlichen. Wer es schafft den Glücksbrief vor mir zu übersetzen und mir die Bedeutung mailt, dem schicke ich eine kleine Überraschung aus Japan nach Hause.


Mein Glücksbrief für 2007

Schließlich neigte sich mein Besuch dem Ende und ich lenkte meinen Gang Richtung Ausgang. Am Eingangstor angekommen erlebte ich eine, für Europäer, sehr ungewöhnliche Situation. Im Ausgangsbereich kreuzen sich die Wege der Leute, die in den Tempelbereich hinwollen mit dem Weg der Leute, die den Bereich verlassen möchten. Da zu dieser Tageszeit der stete Strom der Hinaus- und Hineingehenden jede Minute aus jeweils hunderten von Köpfen bestand, wurden die Menschen, wie an einer Straßenkreuzung zum Gehen oder Warten angehalten. Sieben oder acht Sicherheitsmänner steuerten den Menschenfluss wie eine lebendige Ampel. Als Hilfsmittel nutzten sie wild blinkende rote Stöcke und die unverzichtbaren Megaphone. In diese wurden zum einen Aufforderungen für die Gehenden gesprochen, doch bitte nicht stehen zu bleiben, zum anderen auch beruhigende Worte für die Wartenden, dass es in wenigen Augenblicken weitergehen würde.

Auf dem Weg zurück zur Narita Station nahm ich mir noch ein bisschen Zeit durch die Geschäfte an der Omote-sando zu stöbern. Auch dabei erlebte ich wieder Momente, die ich eigentlich bereits längst für vergangen hielt, da ich sie zuletzt in den Tagen der Deutschen Demokratischen Republik sah: Lange Schlangen von Menschen standen an, um Einlass in Restaurants zu erhalten. Und alle Wartenden waren völlig geduldig und harrten des Momentes, in dem sie eingelassen werden...