代々木公園で見た

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Dienstag, 12. Dezember 2006

Deutsches Kulturfest der Sapporo Brauerei

Für gestern Abend war unsere HNP-Gruppe eingeladen worden, am "Deutschen Kulturfest" der Sapporo-Brauerei teilzunehmen. Die Veranstaltung fand in der Sapporo Lion Ginza Hall im Tokyoter Stadtteil Ginza statt.

Vor unserer Ankunft dachte ich noch, dass es sich um eine Veranstaltung der Brauerei handelte, um die Kontakte zu deutschen Geschäftspartnern zu pflegen. Das heißt, ich habe einige fremde deutsche Gesichter erwartet. Allerdings wurde mir bei unserer Ankunft schnell bewusst, dass meine Erwartungen völlig falsch waren. Außer uns sieben Praktikanten war nicht ein einziger Deutscher auf der Party. Die Veranstaltung diente mehr der Kontaktpflege der japanischen Partner der Sapporo-Brauerei. Ich denke das Thema "Deutsches Kulturfest" wurde nur gewählt, weil Bier nun mal mit keinem Land so sehr in Verbindung gebracht wird, wie mit Deutschland.

Als wir in der Lion Ginza Hall ankamen, waren die Veranstalter gerade dabei ihr Deutschlandbild, welches in Japan herrscht, zu festigen. Ein Redner berichtete (so vermute ich) über seinen letzten Aufenthalt auf dem Oktoberfest in München. Im Hintergrund lief ein Film über die Wiesn’ und eine Fotopräsentation zeigte das vom Sprechenden Gesagte detailliert auf. Zu sehen waren vor allem Bier-trinkende Deutsche, zum Teil Arm in Arm mit japanischen Männern, des Weiteren Weißwürste, gebratene Ochsen und einige Fahrgeschäfte der Wiesn’. Jeder der schon mal dort war, weiß wovon ich spreche.
Den Abschluss bildeten ein paar Bilder von München und natürlich Schloss Neuschwanstein.
Letzteres übrigens war in einem japanischen Atlas, dessen Deutschlandkarte uns letztens im Meguro Language Center gezeigt wurde, die einzige Sehenswürdigkeit Deutschlands, die markiert war.

Während der Rede standen wir erstmal alle nur dabei und hörten zu. Ab und an kam dann das Gefühl in mir auf, ich gehöre zur Einrichtung oder stelle ein Ausstellungsstück, passend zum Thema, dar. Nach den Reden stellten sich Uta und Marlen noch auf der Bühne selbst vor. Auf Japanisch versteht sich. Auch das kam sehr gut bei den Gästen an.

Anschließend stürzten wir – Japaner und Deutsche – uns alle auf die Buffets. Es gab eine Menge deutsche Gerichte, wie Eisbein, Bratkartoffeln und diverse Würste. Später wurde dann allerdings auch Sushi aufgetragen, falls einige Leute nicht soviel mit den deutschen Speisen anzufangen wussten. Auf jeden Fall war das Essen sehr lecker und wir wurden alle satt. Auch Bier und Wein gab es bis zum Abwinken.

Während des Essens spielte eine japanische Musikgruppe in deutschen (bayrischen) Trachten volkstümliches und zum Teil auch klassisches Liedgut aus Deutschland. Zum Großteil wurden die Texte auf Japanisch gesungen, das eine oder andere aber auch Deutsch. Am besten fand ich, als alle "Oans, zwoa, gsuffa" sangen.
Nachdem die ersten Hungergefühle getilgt wurden, begann eine Polonaise, an der wirklich sehr viele der Anwesenden teilnahmen. Daran anschließend wurde gemeinsam der Ententanz vollführt.

Nach einer Weile kamen wir mit dem einen oder anderen japanischen Geschäftsmann ins Gespräch. Meist drehte es sich um die Thema "Warum sind Sie in Japan", "Wie lange sind Sie schon hier, was machen Sie und wie lange bleiben Sie" oder auch "Wie gefällt Ihnen Japan". Es war eine recht lockere und angenehme Atmosphäre.

Nach zweieinhalb Stunden war um 20:30 Uhr aber leider schon alles vorbei und alle Anwesenden verließen ziemlich rasch die Veranstaltung. Ich hab mir sagen lassen, dass es in Japan normal ist, dass solcherart Veranstaltungen meist nur zwei Stunden dauern. Unter anderem liegt es daran, dass die Leute noch einen langen Heimweg haben und die Züge nur bis Mitternacht fahren.

Hier nun noch ein paar Eindrücke vom weihnachtlich geschmückten Ginza bei Nacht und dem Fest selbst:


Ginza bei Nacht.


Das reichhaltige Buffet mit ner Pyramide drauf, die leider nur zwei senkrecht stehende Flügel hatte.


Die japanische Musikgruppe präsentiert deutsches Liedgut. Auf dem Banner steht "doitsu bunka no tsudoi sapporo raion", übersetzt "Deutsches Kulturfest Sapporo Lion"


Gruppenbild fast aller auf dem Fest anwesenden Deutschen (Marlen, Uta, Dilek, Raik, Christina und ich (ab. 2. v. l.)) und Frau Takaku. Nur Matthias fehlt. Frau Takaku (ganz links im Bild) hat bislang bei der NCDG gearbeitet. Aufgrund einer "Verkleinerung" der NCDG hatte sie am Montag leider ihren letzten Arbeitstag. Ich wünsche ihr alles Gute für die Zukunft.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hehe, stell ich mir lustig vor, wenn auf einmal nach 2 Stunden alle Gäste verschwunden sind, und nur das Buffet und das Bier stehen bleibt. ... und wenn da 'ne Party nur 2 Stunden geht, kannste echt 12 am Stück besuchen, krass.

Anonym hat gesagt…

Moin moin,

kann man das Japanische Bier trinken oder ist es eher zum Abgewöhnen für den Deutschen Genießer mit einem gehobenen Anspruch an die Qualität des Gerstensaftes?

:-)

Viele Grüße,
J.