代々木公園で見た

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Samstag, 30. Dezember 2006

Besuch der Deutschen Botschaft und der Blick auf den Fuji-san

Weil wir diese Woche Winterferien haben - unsere Sprachsschule hat geschlossen - entschied ich mich am Mittwoch einmal zur Deutschen Botschaft hier in Tokyo zu fahren.
Ich wollte mich zum einen in die Deutschenliste eintragen lassen und zum anderen meinen Führerschein übersetzen lassen. Nur mit einer solchen japanischen Übersetzung ist es möglich als Ausländer in Japan Auto zu fahren oder eines zu mieten. Die Deutschenliste dient der Botschaft dazu, einen Überblick zu gewinnen, welche Deutschen Staatsbürger sich zur Zeit in Japan befinden. Sie ist auch im Fall einer Katastrophe, wie einem starken Erdbeben, wichtig, denn anhand der Liste können Rettungsmaßnahmen oder Evakuierungen organisiert und koordiniert werden.
Leider hat die Botschaft - typisch deutsch - so "gute" Arbeitnehmer- und Praktikanten-freundliche Öffnungszeiten, dass ich bisher noch keine Zeit dazu gefunden hatte, schon früher einmal hinzugehen.

Bei strahlendem Sonnenschein zog ich los Richtung Hirō. An der Pforte zur Botschaft angekommen wurde ich zunächst von einem freundlichen japanischen Sicherheitsmann nach meinem Begehr und Ausweis gefragt. Nachdem ich ersteres kundgetan und letzteres vorgezeigt hatte, ließ er mich gewähren und durch das Tor und die darauffolgende Sicherheitskontrolle gehen. Nun war ich wieder auf deutschem Boden. Und das ohne Flug und Streß. Ich verspürte doch einige heimatliche Gefühle. Diese sollten sich noch verstärken, als ich das Botschaftsgebäude betrat und die große Menge an Wartenden sah die darauf hofften, an den zwei einzigen Schaltern bedient zu werden. Wie luxuriös kam mir in diesem Moment die Japanische Botschaft in Berlin vor: ganze sechs Schalter und ich der einzige Antragsteller weit und breit.
Ich musste auch "nur" eine geschlagene Stunde warten. Aber glücklicherweise hatte ich mein Keitai und das Metropolis-Magazin dabei. So wurde mir nicht langweilig. Die nette junge japanische Dame am Schalter entschädigte mich jedoch für all die Warterei. In perfektem Deutsch fragte sie nach meinen Wünschen und erledigte alles prompt.

Gestern habe ich erfahren, dass man seine Angelegenheiten in der Botschaft auch schneller, als in einer Stunde erledigen kann. Raik brauchte wohl nur 10 Minuten. Er war gerade einen Tag später dort, als ich. Tja hab ich wohl Pech gehabt.

Nachdem ich meine Angelegenheiten in der Botschaft erledigt hatte, das Wetter mich jedoch von einer sofortigen Rückkehr in mein Quartier abhielt, fasste ich den Plan einmal von Hirō aus über Ebisu, Shibuya, Harajuku und Yoyogi nach Shinjuku zu laufen. Zum Großteil führt der Weg vorbei an interessanten und belebten Straßen und war somit ein Erlebnis für sich.
In Shinjuku angekommen, fiel mir der wolkenlose Himmel auf und die Lehren meines Geolehrers aus den Zeiten meines Geographie-Leistungskurses am Gymnasium ein. Eine davon lautete: Wenn es stark und lange geregnet hat, dann setzt sich ein Großteil der Staub- und Schmutzpartikel in der Luft auf den Boden ab und man hat eine super Fernsicht, wenn man sich auf einem hohen Aussichtspunkt befindet. Nun hatte es den ganzen vorangegangenen Tag ununterbrochen geregnet und aus dem Shinjuku Tower District grüßten die ersten Wolkenkratzer. Da fiel mir ein, dass ich am Montag auf der Aussichtsebene des Tokyoter Rathauses, dem Tokyo Metropolitan Government Building, in der 45. Etage auf einem Hinweisschild den Fuji-san gesehen habe. Mit meinem Wissen im Kopf und zwei Kameras in der Tasche vollzog ich eine scharfe Linksbiege und lief zum Rathaus, um dort zur Aussichtsebene zu fahren. Oben angekommen bot sich mir ein grandioser weiter Blick über Tokyo. Und als ich nach Westen schaute, erblickte ich ihn: Den stolzesten aller japanischen Berge: Den Fuji-san.


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