Vom 12. bis 24. Mai weilten meine Eltern in Japan, die erste Woche davon in Tokyo, wo sie mich besuchten.
Vergangenen Donnerstag nun ging es für die beiden zunächst mit ANA von Osaka nach Tokyo und anschließend mit der BA von Tokyo aus zurück nach Berlin, mit kurzem Zwischenstopp in London. Nach der Ankunft meiner Eltern in der Heimat verfasste Paps einen kurzen "Erlebnis"bericht, den ich an dieser Stelle - mit Erlaubnis des Verfassers - auszugsweise veröffentlichen möchte:
[...
Heute, 25.5.2007 gegen 19:00 Uhr, sind wir nach einer kleinen Reiseodyssee wieder in Dresden eingetroffen; ohne Koffer!
Denn British Airways (von dieser Gesellschaft sollte man die Finger lassen) war nicht in der Lage, trotz längerer Übergangszeit (unser Flieger von London nach Tegel war aus uns unbekannten Gründen nicht startfähig, so dass wir nach 55 Minuten Verspätung mit der Ersatzmaschine starteten) unsere Koffer nach Berlin einzuladen. Also standen wir eine Stunde wie dumm am Kofferband rum, bis das Schild "ENDE" kam. Aber am Samstag, so war auf unserem Anrufbeantworter zu Hause zu vernehmen, kommen sie vormittags mit DHL nach Dresden. Na ja!
In Osaka mussten wir feststellen, dass das Reisebüro wohl unsere Plätze bis Tokyo angemeldet, aber nicht bezahlt hatte. Also nachbezahlen. Bloß gut dass wir eine patente Reiseleiterin hatten, die das Ganze in Japanisch managen konnte.
In Tokyo mussten wir dann auch mit Ihrer Hilfe erst mal die Reisetickets holen, die dann aber zum Glück bis Tegel durchgecheckt waren.
Dann der Flug - immer am Polarkreis lang - nur bei Tageslicht. Aber, na gut, mit ein paar Nickerchen am Fensterplatz hinter den Tragflächen überstanden. Der Service wieder britisch sparsam und spröde. Man sah es den Damen der Flugbegleitung an, dass ihnen Fliegen wenig Spaß macht und schon gar nicht mit Economy-Class-Kunden.
Da war die Erfahrung mit ANA von Osaka bis Tokyo eine diametral andere. Übrigens konnten wir bei diesem Flug den Fuji-san prima von oben sehen.
Zurück zu BA: Nachdem wir reichlich Rotwein bei den ersten Servicedurchgängen gebunkert hatten (es gab 3x Essen aus der lieblosen Aluasiette) flossen die Getränke aus Flaschen dann spärlicher, um noch über Ostsibirien den servierten profanen Plastebechern zu weichen, deren Inhalt wir dann, ebenfalls noch über Russland, selbst aus der Küche holen konnten. Gelegentlich dieser Besuche war es auch möglich diverse Snacks von einem Tablett in "eigene Verwaltung zu übernehmen".
In London dann wieder die Sicherheitshysterie vor der selbst produzierten/verursachten Angst. Bitte nur ein Handgepäckstück pro passenger und um Himmels willen nicht den direkten Weg zur Sicherheitskontrolle. Nein, mindestens 4x den Parcours vor und zurück damit ja alle (vor allem indische) Sicherheitsbeamte sehen ob und wie man vor Angst um und über seinen Handgepäckinhalt zittert. Da wir durch eine etwa halbstündige Aussteigeprozedur schon knapp dran waren und Mutti immer unruhiger wurde, war das echt Stress. Also erste britische Kontrolle durch, dann Suchen nach dem Weg zum Abflugs-Gate. Wenigstens war Terminal 1 klar. Endlich Weg gefunden (war uns irgendwie vom Hinflug bekannt) aber wo ist die Flug-Info. Kleinere Flughäfen haben da wunderbar große Anzeigen knapp unter der Hallendecke!
Nein Heethrow braucht so was nicht. Die Leute haben große Stauneaugen, da reichen zwei A0 große Anzeigen an der Seite.
Und dann steht da drauf, dass BA 986 auf 16:20 Uhr verschoben wurde. Gate? Muss man als passenger nicht wissen. Wird nachgemeldet. Wir also in die Lounge für verirrt-verwirrte BA-Nutzer und wenigstens mit der Erkenntnis entlassen: GATE 28.
Also geht die Hatz zum 15 Minuten verspäteten Flieger weiter. Lange Gänge, stehende Rollwege, plötzlich Weg versperrt (mit Wachposten) weil Personenquerverkehr von links. Dann Weiterhetzen, das Ziel in Sichtweite. Aber nein, wir sehen immer noch überprüfungswürdig aus (wird hier neues, ausgeruhtes Personal angelernt?) Also nochmals alles Gepäck + Metallenes auf das Band und durchs "Stargate". Oh es pfeift. Der Geldkatzen-Gürtel war noch am Bauch. Endlich am Gate.
Warten. 16:20 Uhr ist längst vorbei. Dank der neuen "Wassermengen-Regeln" fängt man an zu "dürsteln", ein logischerweise kostenloser Wasserservice (fast jeder kleine Laden bietet heute so was) steht nicht, bzw. zu wuchernden Pfunden, zur Verfügung. Zum Glück haben die Japaner so kleine Joghurtfläschchen, die jede britische Kontrolle unterlaufen können (selbst im 5er-Pack!). Endlich sitzen wir kurz vor 17:00 Uhr auf der vorletzten Reihe am Fenster und lassen uns von hinten durch zarte britisch-stämmige Kinderfüße in den Rücken treten. Wie schimpft man mit solchen Gören! Also die Hand zwischen den Sitzen nach hinten und blind ein Kinderbein gegriffen. Dieses samt Kind etwas nach hinten geschoben und dann nach unten abgewinkelt. Das gleiche schnell noch mit dem anderen Bein. Erstaunen auf der Rückbank und - erst mal - Druckfreiheit im Rücken. Während des Fluges wurde diese erzieherische Maßnahme noch mal nachgebessert.
Gut, 2x gab's Getränke aus dem Plastebecher, wobei schon beim ersten Mal drei Reihen vor uns das Mineralwasser ausging und eine Stewardess im wahrsten Sinne nach Empfehlung ihrer Kolleginnen in der Kombüse suchen ging - einfach peinlich für BA, was wir in einem Fragebogen zur Zufriedenheit auch deutlich zum Ausdruck brachten.
Na ja, dann Tegel s. o.
Dafür klappte dann der Rest bis Bietzkestraße ganz gut, nachdem ich unserem Auto das Vorderteil geputzt hatte. Blöderweise war genau vor dem Stellplatz eine Kuhle und da es irgendwann geregnet hatte (laut Opa war alles unter Wasser - haha), musste es vielen Parkplatzbenutzern höllischen Spaß gemacht haben diese mit Speed zu durchqueren...
Heute sind wir nach einer gut durchschlafenen Nacht mit Oma + Opa in den Garten und haben es dort bis nach dem Kaffee (mit original Berliner Erdbeertorte aus eigener Ernte) bei Temperaturen bis 35°C ausgehalten. Auf der Rückfahrt kriegten wir dann noch einen "Stern" auf die Frontscheibe gezimmert (aber die war ja nach drei Monaten ihres Lebens sowieso schon wieder dran).
Jetzt sind wir in unsrem grünem Zuhause, Robby (Anm. S.: meine Schildkröte) hat sich trotz guter Fütterung wieder an seiner Pflanze vergangen (ca. 10 cm Stiel entblättert).
...
Tja, Japan war schön, das Treffen mit Dir prima und wichtig für die Seelen (vor allem für Mutti)
Bleibe schön gesund, bzw. werde gesünder.
...]
@ 母 & 父 vielen Dank für Euren Besuch. Es hat sehr gut getan, euch wiederzusehen und die gemeinsame Zeit war wirklich schön.
Alles Gute und lasst euch vom Wetter in Deutschland nicht allzu sehr ärgern. Habe gerade in der gestrigen Tagesschau gesehen, dass es wieder angefangen hat zu Schneien im Deutschen Mittelgebirge. Aber 30°C plus X waren ja auch unverschämt viel für den Mai.
Auf bald bei unserem Wiedersehen im August, September oder Oktober.
P.S. An dieser Stelle auch einen Gruß an alle anderen in Deutschland, ob Ost, ob West, ob Nord oder Süd. Und die in der Mitte auch.
Vergangenen Donnerstag nun ging es für die beiden zunächst mit ANA von Osaka nach Tokyo und anschließend mit der BA von Tokyo aus zurück nach Berlin, mit kurzem Zwischenstopp in London. Nach der Ankunft meiner Eltern in der Heimat verfasste Paps einen kurzen "Erlebnis"bericht, den ich an dieser Stelle - mit Erlaubnis des Verfassers - auszugsweise veröffentlichen möchte:
[...
Heute, 25.5.2007 gegen 19:00 Uhr, sind wir nach einer kleinen Reiseodyssee wieder in Dresden eingetroffen; ohne Koffer!
Denn British Airways (von dieser Gesellschaft sollte man die Finger lassen) war nicht in der Lage, trotz längerer Übergangszeit (unser Flieger von London nach Tegel war aus uns unbekannten Gründen nicht startfähig, so dass wir nach 55 Minuten Verspätung mit der Ersatzmaschine starteten) unsere Koffer nach Berlin einzuladen. Also standen wir eine Stunde wie dumm am Kofferband rum, bis das Schild "ENDE" kam. Aber am Samstag, so war auf unserem Anrufbeantworter zu Hause zu vernehmen, kommen sie vormittags mit DHL nach Dresden. Na ja!
In Osaka mussten wir feststellen, dass das Reisebüro wohl unsere Plätze bis Tokyo angemeldet, aber nicht bezahlt hatte. Also nachbezahlen. Bloß gut dass wir eine patente Reiseleiterin hatten, die das Ganze in Japanisch managen konnte.
In Tokyo mussten wir dann auch mit Ihrer Hilfe erst mal die Reisetickets holen, die dann aber zum Glück bis Tegel durchgecheckt waren.
Dann der Flug - immer am Polarkreis lang - nur bei Tageslicht. Aber, na gut, mit ein paar Nickerchen am Fensterplatz hinter den Tragflächen überstanden. Der Service wieder britisch sparsam und spröde. Man sah es den Damen der Flugbegleitung an, dass ihnen Fliegen wenig Spaß macht und schon gar nicht mit Economy-Class-Kunden.
Da war die Erfahrung mit ANA von Osaka bis Tokyo eine diametral andere. Übrigens konnten wir bei diesem Flug den Fuji-san prima von oben sehen.
Zurück zu BA: Nachdem wir reichlich Rotwein bei den ersten Servicedurchgängen gebunkert hatten (es gab 3x Essen aus der lieblosen Aluasiette) flossen die Getränke aus Flaschen dann spärlicher, um noch über Ostsibirien den servierten profanen Plastebechern zu weichen, deren Inhalt wir dann, ebenfalls noch über Russland, selbst aus der Küche holen konnten. Gelegentlich dieser Besuche war es auch möglich diverse Snacks von einem Tablett in "eigene Verwaltung zu übernehmen".
In London dann wieder die Sicherheitshysterie vor der selbst produzierten/verursachten Angst. Bitte nur ein Handgepäckstück pro passenger und um Himmels willen nicht den direkten Weg zur Sicherheitskontrolle. Nein, mindestens 4x den Parcours vor und zurück damit ja alle (vor allem indische) Sicherheitsbeamte sehen ob und wie man vor Angst um und über seinen Handgepäckinhalt zittert. Da wir durch eine etwa halbstündige Aussteigeprozedur schon knapp dran waren und Mutti immer unruhiger wurde, war das echt Stress. Also erste britische Kontrolle durch, dann Suchen nach dem Weg zum Abflugs-Gate. Wenigstens war Terminal 1 klar. Endlich Weg gefunden (war uns irgendwie vom Hinflug bekannt) aber wo ist die Flug-Info. Kleinere Flughäfen haben da wunderbar große Anzeigen knapp unter der Hallendecke!
Nein Heethrow braucht so was nicht. Die Leute haben große Stauneaugen, da reichen zwei A0 große Anzeigen an der Seite.
Und dann steht da drauf, dass BA 986 auf 16:20 Uhr verschoben wurde. Gate? Muss man als passenger nicht wissen. Wird nachgemeldet. Wir also in die Lounge für verirrt-verwirrte BA-Nutzer und wenigstens mit der Erkenntnis entlassen: GATE 28.
Also geht die Hatz zum 15 Minuten verspäteten Flieger weiter. Lange Gänge, stehende Rollwege, plötzlich Weg versperrt (mit Wachposten) weil Personenquerverkehr von links. Dann Weiterhetzen, das Ziel in Sichtweite. Aber nein, wir sehen immer noch überprüfungswürdig aus (wird hier neues, ausgeruhtes Personal angelernt?) Also nochmals alles Gepäck + Metallenes auf das Band und durchs "Stargate". Oh es pfeift. Der Geldkatzen-Gürtel war noch am Bauch. Endlich am Gate.
Warten. 16:20 Uhr ist längst vorbei. Dank der neuen "Wassermengen-Regeln" fängt man an zu "dürsteln", ein logischerweise kostenloser Wasserservice (fast jeder kleine Laden bietet heute so was) steht nicht, bzw. zu wuchernden Pfunden, zur Verfügung. Zum Glück haben die Japaner so kleine Joghurtfläschchen, die jede britische Kontrolle unterlaufen können (selbst im 5er-Pack!). Endlich sitzen wir kurz vor 17:00 Uhr auf der vorletzten Reihe am Fenster und lassen uns von hinten durch zarte britisch-stämmige Kinderfüße in den Rücken treten. Wie schimpft man mit solchen Gören! Also die Hand zwischen den Sitzen nach hinten und blind ein Kinderbein gegriffen. Dieses samt Kind etwas nach hinten geschoben und dann nach unten abgewinkelt. Das gleiche schnell noch mit dem anderen Bein. Erstaunen auf der Rückbank und - erst mal - Druckfreiheit im Rücken. Während des Fluges wurde diese erzieherische Maßnahme noch mal nachgebessert.
Gut, 2x gab's Getränke aus dem Plastebecher, wobei schon beim ersten Mal drei Reihen vor uns das Mineralwasser ausging und eine Stewardess im wahrsten Sinne nach Empfehlung ihrer Kolleginnen in der Kombüse suchen ging - einfach peinlich für BA, was wir in einem Fragebogen zur Zufriedenheit auch deutlich zum Ausdruck brachten.
Na ja, dann Tegel s. o.
Dafür klappte dann der Rest bis Bietzkestraße ganz gut, nachdem ich unserem Auto das Vorderteil geputzt hatte. Blöderweise war genau vor dem Stellplatz eine Kuhle und da es irgendwann geregnet hatte (laut Opa war alles unter Wasser - haha), musste es vielen Parkplatzbenutzern höllischen Spaß gemacht haben diese mit Speed zu durchqueren...
Heute sind wir nach einer gut durchschlafenen Nacht mit Oma + Opa in den Garten und haben es dort bis nach dem Kaffee (mit original Berliner Erdbeertorte aus eigener Ernte) bei Temperaturen bis 35°C ausgehalten. Auf der Rückfahrt kriegten wir dann noch einen "Stern" auf die Frontscheibe gezimmert (aber die war ja nach drei Monaten ihres Lebens sowieso schon wieder dran).
Jetzt sind wir in unsrem grünem Zuhause, Robby (Anm. S.: meine Schildkröte) hat sich trotz guter Fütterung wieder an seiner Pflanze vergangen (ca. 10 cm Stiel entblättert).
...
Tja, Japan war schön, das Treffen mit Dir prima und wichtig für die Seelen (vor allem für Mutti)
Bleibe schön gesund, bzw. werde gesünder.
...]
@ 母 & 父 vielen Dank für Euren Besuch. Es hat sehr gut getan, euch wiederzusehen und die gemeinsame Zeit war wirklich schön.
Alles Gute und lasst euch vom Wetter in Deutschland nicht allzu sehr ärgern. Habe gerade in der gestrigen Tagesschau gesehen, dass es wieder angefangen hat zu Schneien im Deutschen Mittelgebirge. Aber 30°C plus X waren ja auch unverschämt viel für den Mai.
Auf bald bei unserem Wiedersehen im August, September oder Oktober.
P.S. An dieser Stelle auch einen Gruß an alle anderen in Deutschland, ob Ost, ob West, ob Nord oder Süd. Und die in der Mitte auch.

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