Manchmal geschehen so Sachen, da will man sich einfach nur noch in Luft auflösen und nie gekannt worden sein.
So geschehen am heutigen Nachmittag:
Durch die HR-Abteilung von Merck Japan wurde in einer Rundmail die Ankündigung veröffentlicht, dass in den kommenden Tagen die Sommerboni für die Firmen-Angestellten ausgezahlt werden. Allerdings sind temporäre Mitarbeiter - wozu auch ich als Praktikant zähle - von diesen Boni ausgeschlossen. Dumm nur, dass ich in einem Mail-Verteiler enthalten bin, der sich da nennt "Merck-JP-Japanese (excl. temp. staff)". Somit gelangte das Rundschreiben also auch in mein Postfach.
Da ich auch sonst 'ne Abwechslung brauchte, dachte mein nicht ausgelastetes Hirn "Dazu muss ich jetzt 'nen dummen Spruch machen und den einer befreundeten deutschen Kollegin schicken".
Gedacht - getan, also fix die naheliegenste mit Kanji beschriftete Schaltfläche im Mailprogramm betätigt, mit der Absicht die Mail weiterzuleiten. Und kurz darauf waren auch ein paar Worte zum Thema geschrieben (... 2,75 x 0 Yen = 0 Yen ... was man sich dafür alles kaufen kann...). Außerdem durfte ein giftiger Kommentar über die Sinnhaftigkeit des Einfügens von temporären Angestellten in o. g. Verteiler nicht fehlen.
Noch ein halber Blick, ob ein Empfänger eingefügt wurde... Ja... fein. "Senden" betätigt. Noch ein Blick auf den Empfänger... OH GOTT da steht aber ein japanischer Name... Mist die Mail geht zurück an das Mädel aus der HR. Zum Glück kann sie kein Deutsch. Trotzdem schnell 'ne Entschuldigungsmail hinterher; Antwort: "No problem".
Kaum war die Mail mit der Entschuldigung raus, kommt eine Mail von der Kollegin, die ich eigentlich als Adressat wählen wollte. Inhalt: "AUTSCH!!! Bloß gut, dass hier keiner Deutsch spricht". Ich denke mir: Mmh woher konnte sie so schnell von dem "Missgeschick" erfahren? Da dämmerte es mir. Ich hab' bei meinem Blindflug über die Schaltflächen meiner japanischen Anwendung die Taste "Allen antworten" erwischt. D. h. alle Mitglieder im Verteiler haben meine Mail erhalten. Ganz große Katastrophe! Bei gut 400 Mitarbeitern in Japan kann sicher der eine oder die andere auch Deutsch. Mindestens unser Präsident, der ist ebenfalls Deutscher und sicherlich auch in dem Verteiler drin.
Im Laufe des Nachmittags erreichten mich dann auch gut 25 Antwortmails. Glücklicherweise alles nur Abwesenheitserklärungen.
Das Beste zum Schluss: Als ich kurz nach sechs Uhr das Büro verließ, gesellte sich eine Kollegin einer anderen Abteilung mit in den Aufzug. Guckt mich kurz fragend an und meinte dann "Oh, you had sent a mail this afternoon, right!? But you wrote the mail in German, so I could not read it." Nun sah ich mich doch gezwungen, sie über das versehentliche Betätigen der falschen Taste aufzuklären und, dass es auch eigentlich ganz gut ist, dass ich in Deutsch und nicht Englisch oder Japanisch geschrieben habe. Ihr abschließender Kommentar, als wir den Aufzug verließen und sich unsere Wege trennten:
気をつけて - kiotsukete - Vorsichtig sein das nächste Mal!
Im tiefsten Inneren meiner selbst versprach ich ihr und mir, mir diesen Ratschlag zu Herzen zu nehmen.
Und es beweist sich eben immer wieder: Männer sind nicht Multitasking-fähig. Wenn sie etwas anfangen, sollten sie sich ganz und gar darauf konzentrieren und sich nicht durch andere Aufgaben oder Gedanken ablenken lassen!
So geschehen am heutigen Nachmittag:
Durch die HR-Abteilung von Merck Japan wurde in einer Rundmail die Ankündigung veröffentlicht, dass in den kommenden Tagen die Sommerboni für die Firmen-Angestellten ausgezahlt werden. Allerdings sind temporäre Mitarbeiter - wozu auch ich als Praktikant zähle - von diesen Boni ausgeschlossen. Dumm nur, dass ich in einem Mail-Verteiler enthalten bin, der sich da nennt "Merck-JP-Japanese (excl. temp. staff)". Somit gelangte das Rundschreiben also auch in mein Postfach.
Da ich auch sonst 'ne Abwechslung brauchte, dachte mein nicht ausgelastetes Hirn "Dazu muss ich jetzt 'nen dummen Spruch machen und den einer befreundeten deutschen Kollegin schicken".
Gedacht - getan, also fix die naheliegenste mit Kanji beschriftete Schaltfläche im Mailprogramm betätigt, mit der Absicht die Mail weiterzuleiten. Und kurz darauf waren auch ein paar Worte zum Thema geschrieben (... 2,75 x 0 Yen = 0 Yen ... was man sich dafür alles kaufen kann...). Außerdem durfte ein giftiger Kommentar über die Sinnhaftigkeit des Einfügens von temporären Angestellten in o. g. Verteiler nicht fehlen.
Noch ein halber Blick, ob ein Empfänger eingefügt wurde... Ja... fein. "Senden" betätigt. Noch ein Blick auf den Empfänger... OH GOTT da steht aber ein japanischer Name... Mist die Mail geht zurück an das Mädel aus der HR. Zum Glück kann sie kein Deutsch. Trotzdem schnell 'ne Entschuldigungsmail hinterher; Antwort: "No problem".
Kaum war die Mail mit der Entschuldigung raus, kommt eine Mail von der Kollegin, die ich eigentlich als Adressat wählen wollte. Inhalt: "AUTSCH!!! Bloß gut, dass hier keiner Deutsch spricht". Ich denke mir: Mmh woher konnte sie so schnell von dem "Missgeschick" erfahren? Da dämmerte es mir. Ich hab' bei meinem Blindflug über die Schaltflächen meiner japanischen Anwendung die Taste "Allen antworten" erwischt. D. h. alle Mitglieder im Verteiler haben meine Mail erhalten. Ganz große Katastrophe! Bei gut 400 Mitarbeitern in Japan kann sicher der eine oder die andere auch Deutsch. Mindestens unser Präsident, der ist ebenfalls Deutscher und sicherlich auch in dem Verteiler drin.
Im Laufe des Nachmittags erreichten mich dann auch gut 25 Antwortmails. Glücklicherweise alles nur Abwesenheitserklärungen.
Das Beste zum Schluss: Als ich kurz nach sechs Uhr das Büro verließ, gesellte sich eine Kollegin einer anderen Abteilung mit in den Aufzug. Guckt mich kurz fragend an und meinte dann "Oh, you had sent a mail this afternoon, right!? But you wrote the mail in German, so I could not read it." Nun sah ich mich doch gezwungen, sie über das versehentliche Betätigen der falschen Taste aufzuklären und, dass es auch eigentlich ganz gut ist, dass ich in Deutsch und nicht Englisch oder Japanisch geschrieben habe. Ihr abschließender Kommentar, als wir den Aufzug verließen und sich unsere Wege trennten:
気をつけて - kiotsukete - Vorsichtig sein das nächste Mal!
Im tiefsten Inneren meiner selbst versprach ich ihr und mir, mir diesen Ratschlag zu Herzen zu nehmen.
Und es beweist sich eben immer wieder: Männer sind nicht Multitasking-fähig. Wenn sie etwas anfangen, sollten sie sich ganz und gar darauf konzentrieren und sich nicht durch andere Aufgaben oder Gedanken ablenken lassen!

1 Kommentar:
Mal verliert man und mal gewinnen die andern...
Viele Grüße von der Front.
Kommentar veröffentlichen