代々木公園で見た

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Montag, 8. Januar 2007

Gomennasai denshirenji ga arimasen

Hier in Tokyo ist es relativ preisgünstig Essen zu gehen, wenn man eine der zahlreichen Ramen-, Sushi-, Okonomi-Yaki- oder Nudel-Häuser besucht. Deshalb habe ich mich bisher noch nicht dazu durchringen können meine Küche zu mehr, als zum Wasserkochen, zu benutzen.
Allerdings habe ich ab und an auch das Bedürfnis zu Hause zu essen. Für Menschen, die es eilig haben oder so faul / unfähig sind wie ich, in den hiesigen Verkaufsmärkten die Zutaten für eine anständige Mahlzeit zu kaufen, bieten Conbini und Verkaufsstände in Bahnhofsnähe sogenannte Obento an. Dies sind frisch zubereitete Mahlzeiten, meist bestehend aus Fleisch oder Fisch, Gemüse und Nudeln oder Reis. Möchte man ein Obento sofort nach dem Kauf verzehren, kann man sich dieses in den Geschäften kurz aufwärmen lassen. Andernfalls sollte man dies zu Hause nachholen, denn kalt schmecken Obento in den seltensten Fällen richtig gut.

Nach meinem Umzug nach Meguro stellte ich zu meinem Entsetzen fest, dass mein Apartment keine Mikrowelle bereithielt. Nachdem ich mehrmals vergeblich versucht habe von meinem Vermieter zu erreichen, dass mir eine Mikrowelle bereitgestellt wird, bin ich heute losgezogen um mir selbst eine zu kaufen. Bei Yodobashi Kamera in Shinjuku hatte ich auch recht schnell das günstigste Modell gefunden (Normalpreis 5.900 Yen [Anm.: die Preise nenne ich, weil sonst Missverständnisse entstehen könnten, wie ich gerade beim Schreiben des Posts merke]), welches aufgrund einer Aktionswoche auch noch im Preis gesenkt war (4.900 Yen), und ging selbstbewusst mit den Worten "Kono denshirenji o kaitai desu" ("Ich möchte diese Mikrowelle kaufen") auf einen der Verkäufer zu. Sogleich stiefelte er los, um ein eingepacktes Modell zu holen, kam wenig später aber etwas verlegen zurück: "Gomennasai, ima kono denshirenji no taipu ga arimasen". Die Mikrowelle war leider ausverkauft.
Da er mich jedoch nicht enttäuscht von dannen ziehen lassen wollte, bot er mir sogleich an, mir das nächstbessere Modell (Normalpreis 7.900 Yen) zum gleichen Preis (4.900 Yen), wie ich für mein Wahlgerät gezahlt hätte, zu verkaufen. Ich war schon "echt" enttäuscht, dass mein Wunschgerät nicht verfügbar war, jedoch sein Vorschlag stimmte mich milde. Nachdem er ein wenig auf seinem Taschenrechner herumgetippt hatte, kam die nächste schlechte Nachricht für mich. Leider könne er mit dem Preis doch nicht so ganz tief heruntergehen, aber er könne mir für das bessere Gerät einen Nachlass von 2.400 Yen geben, nannte also einen Verkaufspreis von 5.500 Yen. Da dies immer noch unter dem von mir gesetzten Limit lag stimmte ich zu und befand mich kurz darauf im Besitz einer Mikrowelle. Man beachte bitte: Dieser Preis liegt auch unterhalb des Normalpreises meiner billigen Erstwahl.
Und jetzt kommt der Clou: Da er mir erst etwas versprochen hatte, was er dann doch nicht einhalten konnte (zumindest glaube ich, dass dies sein Beweggrund gewesen sein könnte), überreichte er mir noch eine Gratinform für die Mikrowelle als Präsent.

Ich muss es immer wieder sagen: Ich bin jedesmal vollauf begeistert von der japanischen Dienstleistungskultur und dem Verhältnis zwischen Händler und Kunden.

Deutschland nimm Dir ein Beispiel!

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Danke, die Mikrowelle leistet echt gute Dienste! Die Gratinform habe ich zwar noch nicht gebraucht (Ja, auch ich koche meist nur mit Wasser), aber es ist schön zu wissen, dass es sie gibt :)

Viele Grueße von der Nachmieterin!

Sebastian hat gesagt…

Ha, d. h. Du wohnst jetzt im Sakura-House Meguro, 2. Stock?! Cool, dass es die Mikrowelle und das Geschirr noch gibt. Ist ja mittlerweile auch schon vier(!) Jahre her, dass ich dort gewohnt hab.
Ich hoffe nur, in der Zwischenzeit haben die von Sakura mal gestrichen ;-) Mir wurde es damals untersagt.

Viele Grüße aus Taiwan

Sebastian hat gesagt…

Wow ... bin auch immer wieder verwundert, wie oft ich noch Kommentare in diesem doch schon alten Blog bekomme, den ich leider nicht mehr pflegen kann. Und hier in Taiwan hab ich irgendwie keine Zeit einen neuen anzufangen.