代々木公園で見た

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Donnerstag, 8. Februar 2007

Der schwebende Tisch

Wie ich im letzten Post vom 1. Februar abschließend bemerkt hatte, ist mein derzeitiger Schreibtisch im Büro bei Merck nicht unbedingt für Menschen über 1,75 m Größe gemacht worden.
Meine Suche nach einer Kurbel zum Verstellen der Höhe verlief letzten Freitag jedoch leider erfolglos und auch eine andere Technik zum Verstellen der Höhe der Tischplatte ließ sich nicht ausfindig machen. Da meine Abteilung Mitte des Monats in eine andere Ecke des riesigen Büros umzieht, hab ich mir dann aber nicht erst die Mühe gemacht nach einem anderen Tisch zu fragen. Um jedoch trotzdem bequem sitzen zu können, konnte ich mir einzig und allein dadurch Beinfreiheit verschaffen, dass ich Schubkästen, die unter der Tischplatte angebracht waren, herausgenommen habe.
Auf diese Weise konnte ich die Arbeitstage - zumindest was das Sitzen anging - recht angenehm verbringen.

Heute Nachmittag nun begab es sich, dass ich zusammen mit meinem Boss einen Termin für ein externes Meeting bei Merck Serono hatte. Dies wurde übrigens auf Japanisch gehalten. Es hat mich extrem geschlaucht dabeizubleiben und etwas zu verstehen. Verstanden hab ich trotzdem höchstens zehn Prozent. Und Zusammenhänge schon (fast) gar nicht. Am Anschluss an das Treffen hat mir mein Chef auf dem Weg zurück ins Büro das Wichtigste kurz zusammengefasst.

Aber zurück zum Thema "Tisch".
Mittlerweile glaube ich fest daran, dass unter den anderen Mitgliedern meiner Gruppe der Umstand, dass der Tisch für mich ggf. etwas zu niedrig ist, nicht ganz unbemerkt blieb. Ich vermute es lag an den Schubfächern, die ich einfach an die Wand gestellt habe. Als ich jedenfalls am frühen Abend ins Büro zurückkehrte, strahlten mich die beiden Kolleginnen Akiko und Aiko, die mir direkt gegenübersitzen, freudestrahlend an und im Rücken spürte ich auch einige Blicke der anderen. Ich war ein wenig verwirrt und wusste dieses Strahlen erst nicht zu deuten. Nicht, dass jetzt jemand denkt, wir sitzen uns sonst mit grimmigen oder ausdruckslosen Gesichtern gegenüber, aber das Lächeln in diesem Moment war doch anders.
Ich schaute die beiden fragend an, bis sie schließlich auf meinen Tisch deuteten. Ich sah ihn mir etwas genauer an - und wirklich - etwas war anders. Die Tischplatte befand sich etwa sieben Zentimeter über dem Niveau der anderen Tische und auch die Schieber waren wieder da, wo sie hingehörten - unter der Tischplatte.
Nachdem ich mich noch total verdutzt für das Verstellen der Tischhöhe bedankt hatte und auch ein paar bewundernde Worte fand, setzte ich mich erstmal hin und ging weiter meiner Arbeit nach. Nach dem Wie und Warum konnte ich in dem Moment gar nicht fragen. Werde es morgen mal nachholen.
Als ich dann so vor mich hinarbeitete, dachte ich mir, dass es also doch einen geheimen Mechanismus zum Verstellen des Tisches geben musste, den ich vergangene Woche nur nicht gefunden hatte.
Als ich jedoch Feierabend machen wollte und meinen Platz räumte, um nach Hause zu gehen, fiel mein Blick auf die Füße des Tisches. Und da stach mir des Rätsels Lösung in die Augen: Kein versteckter Mechanismus führte zum Anheben des "Arbeitsniveaus", sondern in einer gemeinsamen Aktion haben die Kollegen einfach vier Holzklötzer genommen und unter den Tisch gestellt...

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