代々木公園で見た

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Sonntag, 10. Juni 2007

Tütenwahn

Lang habe ich es tapfer ertragen oder durch ein rechtzeitiges "fukuro wa iidesu" zu verhindern gewusst. Aber nicht immer lässt es sich umgehen.
Während in Deutschland die äußerst praktischen Klappkisten bereits vor vielen Monden Einzug hielten in die Grundausstattung eines jeden Supermarktkunden und sogar Stoffbeutel - insbesondere bei kleineren Einkäufen - eine wahre Renaissance erfuhren, schwört der gemeine Supermarktangestellte und seine Kundschaft in Japan noch immer auf die ach so geliebte Plastetüte.
Vergangenen Freitag stand bei mir wieder einmal ein "größerer" Lebensmitteleinkauf an: Brot, Wurst, Käse, Nudeln, Kartoffelsalat und Hühnerbeine für den Abend und noch einige andere Leckereien. Am Ende eine ganz beträchtliche Menge, die ich mit nach Hause zu nehmen gedachte.
Als es schließlich an der Kasse ans Einscannen der Preise und Packen der Sachen ging, sah ich vor meinem inneren Auge die Welt bereits in einem Berg von Plastetüten untergehen. Zunächst packte mir die Kassiererin vier Tüten zum Tragen in meinen Korb, was aufgrund der eingekauften Menge akzeptabel war. Doch dann kam es: der Kartoffelsalat, obwohl bereits in einer äußerst stabilen und dichten Verpackung enthalten, bekam eine extra Tüte verpasst, die eng um das Gefäß gewickelt wurde. Weiter ging es mit der Tiefkühlkost. Obwohl auch diese durch die Art ihrer Verpackung vor Beschädigung geschützt war, bekam sie eine zusätzliche schützende Umhüllung. Anschließend folgten noch die Melone, die Hühnerteilchen und die Butter. Für jedes ein extra, der Umwelt nicht unbedingt verträglicher, Kunststoffschutz.

Zu Hause angekommen und die Sachen in den Schränken verstaut, sah ich mich nunmehr insgesamt neun Tüten gegenüber.
Damit sie jetzt nicht gänzlich unnütz der Natur zu Lasten fallen, werde ich sie noch als kleine, aber feine Mülltüten nutzen.

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